NEUE PRODUKTIONEN, KLASSIKER, INDIGENER UND EXPERIMENTELLER FILM, SOZIALDRAMEN, FILMGESPRÄCHE

DIALOG IM KINOSAAL
PUBLIKUMSPREIS

WILLKOMMEN BEIM 20. VENEZUELA IM FILM – ¡QUÉ CHÉVERE! 2026 (16. bis 19. April 2026)

Wir freuen uns, Ihnen wieder spannende Filme aus Venezuela und der Diaspora mit vielen Gästen zu präsentieren, mit denen wir ebenso spannende Gespräche im Kinosaal führen werden.

Trotz alledem, müssen wir hinzufügen! Denn „die Welt, in der wir leben, ist gerade besonders grausam, […] und manchmal ist es die Freude, die Kreativität und das Festhalten an Projekten, an die man glaubt, die eine Art Widerstand bedeuten; und diesen Widerstand müssen wir verteidigen!” (Luis Alberto Lamata, August 2025)

In diesem Sinne und auch den großen Filmemacher und unser Ehrenmitglied Luis Alberto Lamata (1959-2025) erinnernd, eröffnen wir am Donnerstagabend mit Páramos de Leyendas von Atahualpa Lichy, einem poetischen Dokumentarfilm, der selten erzählte Geschichten von einzigartigen Menschen vor die Kamera bringt, wo Naturlandschaften als widerspenstige Protagonisten auftreten und in dem spielerisch magisch-realistische Animationssequenzen einfließen.

Mit Atahualpa Lichy dürfen wir eine schillernde Persönlichkeit des venezolanischen und französischen Films in Höchst empfangen.

Am Festivalfreitag geht es weiter mit Kueka. Memoria Ancestral, einem Dokumentarfilm von María de los Ángeles Peña Fonseca über den heiligen Stein der Pemones, den ein deutscher Künstler für einen Friedenspark aus Steinen nach Berlin bringen ließ, wobei die Eigentümer des Steins nie konsultiert wurden. Hier kommen die Pemones aber nun zu Wort, in ihrer Sprache und mit ihren Geschichten. Die Mehrheit der 30.000 indigenen Pemones lebt heute im Bundesstaat Bolívar im Territorium Essequibo, in der Gran Sabana sowie entlang des Rio Branco im angrenzenden brasilianischen Bundesstaat Roraima und in der Paruima-Siedlung in Guyana.

Die Regisseurin wird per Video-Schalte mit uns ins Gespräch kommen. 

Als New-Talent-Vorfilm zeigen wir den Kurzspielfilm Codicia des in Frankfurt lebenden Aaron Barreto. Wir freuen uns, ihn bei uns zu haben.  

Als zweiten Abendfilm zeigen wir das Filmdrama Cáceres, die Ópera Prima von Jorge Saim Hostos und Alexánder Fernández, „ein Film von großer Menschlichkeit“, sagt Fina Torres, Grande Dame des venezolanischen Films. Wir freuen uns, Jorge Saim Hostos und Alexánder Fernández als Gäste zu begrüßen.

Der Festivalsamstag beginnt bereits um 17 Uhr mit dem Gespräch im Kinosaal.

Zum Thema „Wie viel kann und muss Kultur in der heutigen Zeit leisten?“ werden Luis und Andrés Rodríguez über die Rolle des Filmemachers in politisch “komplexen“ Zeiten“ sprechen, dazu wird der Kurzspielfilm Memoria de una herida präsentiert, den sie nach dem 3. Januar gedreht haben.

Mehr denn je fühlen wir uns als Organisator*innen von ViF in in der Verantwortung, eine kulturpolitische Plattform zum Dialog zu bieten. Während die hiesigen Medien mehrheitlich Exil-Venezolaner*innen eine Plattform gaben, möchten wir in unserem Festival hingegen auch Menschen aus Venezuela zu Wort kommen lassen.

Der Eintritt ist frei. 
Anmeldung bitte unter: venezuela-im-film@email.de

Experimentell nimmt der nach dem Gespräch um 18:30 Uhr folgende Spielfilm Turba von Luis und Andrés Rodríguez afrovenezolanische Themen auf. Wir freuen uns, beide Regisseure am Samstagabend ein zweites Mal begrüßen zu dürfen.

Ein weiteres erfolgreiches Film-Duo sind Mariana Rondón und Marité Ugás.  Im Laufe der 20 Jahre ViF zeigten wir u.a. ihre Filme A la media noche y media (Ugás 1999), Postales de Leningrado (Rondón 2007), El chico que miente (Ugás 2011), Pelo malo (Rondón 2013) oder Contactado (Ugás 2020), die international vielfach prämiert wurden. Beide waren 2012 zur Präsentation von El chico que miente im Filmforum Höchst. Wir werden nun das Filmdrama Zafari zeigen.

Am Festivalsonntag gibt uns Héctor Puche mit seinem Erstlingswerk El Maravilloso Agave Cocui einen spannenden Einblick in die soziokulturelle Historie dieser Pflanze. Wir zeigen den Film um 18:30 Uhr. Wir freuen uns auf die Einführung von Jörg Bütefür, Criollo Travel.

III ViF-PUBLIKUMSPREIS 

Gegen 20 Uhr wird der dritte ViF Publikums-Preis 2026 verliehen. Alle nomminierten Filme laufen von Donnerstag bis Sonntag, 18:30 Uhr. Der Der über Spenden eingeholte Publikumspreis besteht aus einem Kunstwerk des Mainzer Künstlers Thilo Weckmüller aus dem benachbarten Mainz.  Der/die Preisträger*in wird eventuell per Video-Schalte in den Kinosaal eingeladen.

Wir schließen das Festival mit dem Klassiker Rió Negro von Atahualpa Lichy, ein Film, den der deutsche Filmdienst unter den besten Historienfilmen listet.

Atahualpa Lichy freut sich, mit uns über seinen ersten Spielfilm von 1990/91 zu plaudern.

Zwischen den Filmen werden dem Publikum als Entremés Schokolade und Rum aus Venezuela serviert.

Wir freuen uns auf ein zahlreiches Publikum und sind schon jetzt sehr gespannt auf den/die Gewinner*in des III. Publikumspreis bester Film. Geben Sie Ihre Stimme ab!

Ein großes Dankeschön an alle!

Es ist stets ein schwieriges Unterfangen, allen zu danken, die jedes Jahr dazu beitragen, dass das Festival zustande kommt. Nicht selten läuft man Gefahr, den einen oder anderen zu vergessen, wenn man namentlich danken möchte.

Ohne die Förderung vom Kulturamt Frankfurt, Brot für die Welt und HessenFilm und Medien wäre das Festival nicht denkbar.

Dieses Jahr sind zudem die Heinrich Böll Stiftung Hessen, die Rosa Luxemburg Stiftung Hessen und das Instituto Cervantes, die die KONTRASTFILM GmbH aus Mainz und Criollo travel aus Duisburg hinzugekommen.

Es ist so wunderbar, in diesen Zeiten noch Institutionen, Stiftungen und Unternehmen zu finden, die auf kulturelle Vielfalt setzen.

Copy print in Mainz unterstützt uns weiterhin mit einem  solidarischen Preis für den Druck unserer Film- und Festivalposter.

Auf venezolanischer Seite gibt es die venezolanischen Institutionen CNAC, Amazonia Films, die älteste venezolanische Filmvereinigung ANAC, Visor, die seit 1976 bestehende Plattform für audiovisuelle Produktionen, und seit diesem Jahr die venezolanische Agentur Fest Hunters. Auch ihnen ein großes Dankeschön für ihre Unterstützung.

Ein herzlicher Dank gilt den privaten Spender*innen des Filmpreises.

Durch diese Unterstützungen drücken Sie alle nicht zuletzt auch Vertrauen in und den Glauben an unser Projekt aus.

Dann gibt es die zahlreichen freundschaftlichen Unterstützer seitens der venezolanischen Filmemacher (Regisseure, Produzenten, Schauspieler…) von hier und dort, die uns vor allem seit 2019 mit Rat, Tat und immer guten Tipps zur Seite stehen. Auch hier: ohne sie wäre das Festival nicht das, was es ist: eine lebhafte und bunte Filmschau venezolanischer Produktionen, in der vor allem eines zählt: Der Film!

In diesem Zusammenhang möchten wir erwähnen, dass wir stolz sind, auch dieses Jahr wieder einen Festivaltrailer zu haben, Dank des Filmemachers Alejandro Picó, unser assoziiertes Mitglied aus Caracas.

Hier käme nun “… und weiterhin gilt unser herzlicher Dank Luis Alberto Lamata”… doch unser Ehrenmitglied, längjähriger Freund und Filmemacher Luis Alberto verstarb letztes Jahr. Wir versuchen, unser Festival stets in seinem Sinne weiterzuführen: “En el cine cabemos todo.”

Zur Geschichte des Festivals

Venezuela im Film – ¡Qué chévere! war im Jahr 2005 vom venezolanischen Generalkonsulat in Frankfurt am Main und dem Filmforum Höchst/VHS gegründet worden, und durch das staatliche Filminstitut Centro Nacional Autónomo de Cinematografía de Venezuela (CNAC) aus Caracas unterstützt. Seit 2019 wird ViF als Initiative von einer unabhängigen Festivalgruppe in Zusammenarbeit mit dem Filmforum Höchst organisiert.

Zeitgleich mit der Gründung im Jahr 2005 tat sich auch einiges in der Filmindustrie des südamerikanischen Landes. Nicht nur, dass sich die venezolanische Filmförderung durch das Filminstitut CNAC um ein Vielfaches erhöhte, auch wurde im Jahre 2006 mit La Villa del Cine eine weitere Filminstitution geschaffen, die es sich zum Ziel machte, Filmprojekte zu unterstützen, die sich mit der Historie des Landes beschäftigen.

Eine spannende Zeit also, die für uns ohne Zweifel eine Herausforderung darstellte. Wir kannten zwar einige Filme und Filmschaffende, wie etwa Diego Rísquez oder Luis Alberto Lamata, deren Filme Orinoko. Neue Welt 1985 bzw. Jericó 1992 im Rahmen des Internationalen Forums der Berlinale gezeigt wurden, doch darüber hinaus war der venezolanische Film für uns bis dahin (noch) eine Terra Incognita.

Und das, obwohl die Filmgeschichte Venezuelas bis ins Jahr 1897 zurückblicken kann, als im Teatro Baralt in Maracaibo mit Un célebre especialista sacando muelas en el Gran Hotel Europa und Muchachas bañándose en la laguna de Maracaibo, beide von Manuel Trujillo Durán, die ersten bewegten Bildprojektionen zu sehen waren. “Venezuela befand sich an der Spitze der lateinamerikanischen Länder, die dem Kino erstmals die Türen öffneten“, so die venezolanische Filmkritikerin Ambretta Marrosu.

Mit neuen Produktionen wie auch Klassikern aus der venezolanischen Filmgeschichte wollten wir diese Lücke füllen und ein Fenster nach Venezuela öffnen, so dass es uns nach mehr als 19 Jahren gelungen ist, die Geschichte der Kinematographie des Landes in Frankfurt am Main zu dokumentieren.

In den letzten Jahren entwickelte sich auch wieder vermehrt ein internationales Interesse an neuen venezolanischen Produktionen. Einige dieser Filme präsentierten wir unserem Publikum zeitnah in Höchst: Pelo Malo, von Mariana Rondón (Concha de Oro –San Sebastián- 2013), Azúl y no tan rosa, von Miguel Ferrari (Goya –Madrid- 2014), Dauna, lo que se lleva el río, von Mario Crespo (Weltpremiere auf Berlinale 2014), La distancia más larga, von Claudia Pinto (Glauber Rocha Preis -Montreal- 2015), Desde allá, von Lorenzo Vigas (Leone d’oro di Venezia 2015), oder Yo imposible (Houston International LGBTQ Film Festival für das Beste Drehbuch, 2020), von Patricia Ortega, um nur einige Beispiele zu nennen.

Seit 2018 begann die Umstrukturierung des Festivals, das sich fortan unabhängig präsentieren sollte. Die Verantwortung und Koordination von Venezuela im Film -¡Qué chévere! (ViF) obliegt nunmehr der Festivalgruppe in Zusammenarbeit mit dem Filmforum Höchst der VHS Frankfurt.

Mit „Diego Rísquez (1949-2018): Ein Retrospektive“ und einer begleitenden Ausstellung mit ausgewählten Fotos verabschiedete sich das Festival 2018 auch von einem herausragenden Filmschaffenden seiner Zeit und einem Freund und Berater des Festivals – eine Hommage, die in intensiver Zusammenarbeit mit seiner Tochter Amapola und seinem langjährigen Produzenten Jorge Mirada zustande kam.

Seit 2019 besteht eine  Kooperation mit der Filmakademie ACACV aus Caracas, mit Amazonia Films,  mit dem staatlichen Filminstitut Centro Nacional Autónomo de Cinematografía (CNAC) und, seit 2024 mit der ältesten Filmvereinigung in Venezuela ANAC. Auch die langjährige Freundschaft zu venezolanischen Filmemacher*innen hat sich während der Jahre vertieft, so dass unser Blick nie allein auf den international wahrgenommenen Produktionen verharrt, sondern auch weiterhin auf jenen, die (noch) nicht nach San Sebastían, Locarno, Cannes oder zur Berlinale eingeladen wurden.

Die ehrenamtlich tätige Filminitiative ViF zusammen mit dem FIlmforum Höchst eint vor allem eines: die Faszination am venezolanischen Kino und die Überzeugung, dass der Film seine höchste Ausdrucksform und Wirkung auf der Kinoleinwand und dem gemeinsamen Erleben mit anderen entwickelt.

ViF hat seit 2018 mit dem Kulturamt Frankfurt einen zuverlässigen Partner in Deutschland gefunden. 2023 kommt HessenFilm und Medien dazu. Durch diese finanzielle Unterstützung wird das Festival erst möglich gemacht. 

Frankfurt am Main ist ein wichtiger Standort für internationale Festivals in Deutschland.

Wir sind stets auf der Suche nach Filmen verschiedener Genres. Hier könnt Ihr Eure Filmprojekte einreichen:

Für die Festivalgruppe

  • Ute Evers (Kuratorin ViF, Presse, Kommunikation, assoziiertes Mitglied ACACV)
  • Jorge Luis Saturno (Grafiker Programm, Homepage, ViF)
  • Laura Willuhn (Filmpreis, ViF)
  • Sabine Imhof (Filmforum Höchst/vhs, Aufblende FOK e.V.)