Turba ist Jericó Montillas freie Adaption verschiedener Geschichten aus dem Buch Humus von Fabianne Kannor.
Es handelt sich um ein (Film-)Theaterstück, das sich mit Gewalt, Menschenhandel, Migration, Rassismus und Sklaverei als einigen der Übel befasst, die in der Gesellschaft nach wie vor bestehen.
Turba taucht ein in die Sinneswelt der Protagonistinnen und erzählt ihre Geschichten von beiden Seiten des Spiegels. Auf der einen Seite stehen sechs Frauen, die sich auf der Suche nach Freiheit ins Meer stürzen, während auf der anderen Seite auf drei verschiedenen Erzählebenen ihr Alltag dargestellt wird: ihre archetypische afrikanische Vergangenheit, ihre Rückkehr und der unaufhaltsame Sturz ins Meer, auf dem Weg zu ihrer Befreiung.
“Apostamos por un cine más humano”
“Als die Brüder Andrés und Luis sieben oder acht Jahre alt waren, fanden sie bei sich zuhause eine VHS-Cassette mit einem Etikett, auf der in riesigen Lettern zu lesen war: The Shining, ein Film von Stanley Kubrick. Sofort fühlten sie sich von “etwas” verführt, das sie damals noch nicht erklären konnten… Nach The Shining, folgte ein weiterer Film: Ultimo tango a Parigi von Bernardo Bertolucci! Danach gab es kein Zurück mehr!” (Ernesto J. Navarro, Los hermanos Rodríguez, pura pasión por el cine, in: Ultimas noticias, 2024)
Luis und Andrés Rodríguez, 1974 in Caracas geboren, sind Regisseure, Drehbuchautoren, Kameramänner und Fotografen mit mehr als zwanzig Jahren Erfahrung in der Produktion von Spiel- und Dokumentarfilmen, ob kurz oder lang.
Das Festival ViF zeigte bereits einige ihrer Filme darunter die Spielfilme Brecha en silencio (2013), die Geschichte über die stumme Ana, die zuhause Opfer sexuellen Missbrauchs wird; Hijos de la sal (2018), über zwei pubertierende Waisenkinder, die fern der urbanen Zentren ihre Lebensgrundlage über die Gewinnung von Salz verdienen, und Un destello interior (2020) über eine in Armut lebende alleinerziehende Mutter, die ihre Tochter klandestin in die Obhut einer wohlhabenden Familie geben will.
Sie drehen auch Dokumentarfilme darunter bisher Favio, la estética de la Ternura (2015), über Leonardo Favio, argentinischer Filmemacher, die wie keiner das menschliche Wesen im Umfeld von Trostlosigkeit oder Brutalität erfasste (Filmaffinity), oder Intemperie, la Experiencia de Armando Rojas Guardia (2023), über den gleichnamigen venezolanischen Dichter und Essayisten zu nennen.
In Postproduktion befinden sich der Dokumentarfilm El teatro Negro de Barlovento und der Spielfilm La Espera y el mar.
Den Filmemachern ist es stets ein Anliegen, gesellschaftlich relevante Themen im Zusammenhang mit Einwanderern und Flüchtlingen in Lateinamerika, Afrika und Europa auf die Leinwand zu bringen.
Luis und Andrés Rodríguez leben und arbeiten in Venezuela.
Regisseur, Produzent, Cutter und Musiker
Alexánder Fernández, 1987 in Caracas geboren, ist Regisseur, Produzent, Cutter und Musiker. Seine audiovisuelle Laufbahn umfasste bisher Werbung und Videoclips. Sein erster Spielfilm Cáceres, bei dem er gemeinsam mit Jorge Saim Hostos das Drehbuch schrieb und die Co-Regie führte, entstand durch eine lange Zusammenarbeit, die in Caracas in der legendären Stiftung La Sonora begann.
Neben seinem Filmschaffen ist Fernández seit mehr als zehn Jahren Musiker bei Candeleros, eine Psychedelic-Band. Seit 2023 ist er Mitglied von N1JPN, einem Post-Punk-/Noise-Rock – Projekt.
Derzeit produziert er einen Dokumentarfilm, der sich mit traditionellen Volksfesten Spaniens befasst.
