Venezuela befindet sich in einer bisher nicht gekannten Versorgungs- und politischen Krise. Die Geschäfte sind leer, die Straßen der Hauptstadt von heftigen Protesten und anderen Formen von Gewalt geprägt. Derweil spielt sich in einem Krankenhaus eine andere tragische Geschichte ab: die 13-jährige Isabel (Maryale Benites) umsorgt ihre Tante Gilma (Diana Peñalever), die Opfer von häuslicher Gewalt geworden ist. Ihr Partner, ein hochrangiger Militäroffizier, hat sie brutal zusammengeschlagen. Die Tage vergehen und Gilmas Operation muss aufgrund von medizinischem Notstand immer wieder verschoben werden. Das junge Mädchen, deren Mutter nach Frankreich ausgewandert ist, steht bald vor einer Reihe immer schwieriger werdender Herausforderungen, die sie zwingt, Entscheidungen zu treffen, die für ihr Alter mehr als untypisch sind.
In ihrem ersten Spielfilm, der Kammerspielcharakter vorweist, verbindet die junge Filmemacherin geschickt häusliche und öffentliche Gewalt sowie wirtschaftliche Not als auch das Thema der geographischen Zerrissenheit vieler Familien in Venezuela.