Shawantama’ana bedeutet auf Wayuu „Warteplatz“. So hieß auch der Markt-Terminal im nördlichen Teil der Stadt Maracaibo, von dem aus Lastwagen losfuhren, die Personen, Waren und Briefe von einem Gebiet, dem venezolanischen, in das andere, dem kolumbianischen, transportierten. Diese Transportmöglichkeit wurden ausschließlich von den Wayuu genutzt und waren nur sonntags in Betrieb. Die Kamera fängt atmosphärisch beeindruckende Bilder ein, trifft auf schillernde Persönlichkeiten, die von ihrem Leben zwischen den Kulturen und Grenzen erzählen, ihrem gemeinschaftlichen Leben als Wayuu, wo sie herkamen, wo sie ihr Land (wieder-)gefunden haben und sich behaupten konnten.
Um diesen Dokumentarfilm zu realisieren, arbeitete und lebte die Regisseurin vier Jahre lang an diesem Ort und mit den Menschen. Von dem Terminal ausgehend „erzählen wir einen Teil der Geschichte des Transports und der Mobilität der Wayuu in ihrem angestammten Gebiet von La Guajira und Maracaibo“ (Yanilú Ojeda).
Regisseurin
Geboren in Maracaibo, Venezuela, erlangte Yanilú Ojeda ihren Abschluss in sozialer Kommunikation mit Spezialisierung auf audiovisuelle Studien sowie einen Master in Sozial- und Kulturanthropologie an der Universität von Zulia. Ojeda hat sich als Dokumentarfilmerin und Fotoregisseurin besonders hervorgetan und wurde für ihre Arbeit mit mehreren Preisen ausgezeichnet.
Von 2004-2006 drehte sie für den „Noticiero Indígena“ (Indigene Nachrichten) des Fernsehsenders Vive TV mehr als dreißig Reportagen und Dokumentarfilme. Ojeda ist Mitbegründerin der Muestra Internacional de Cine Indígena de Venezuela (MICIV) (Internationales indigenes Filmfest in Venezuela), der ebenfalls die Filmemacher*innen Leiqui Uriana (Präsidentin) und David Hernández Palmar (Executive Director) angehören. Darüber hinaus gab sie Workshops in Filmschulen und verschiedenen indigenen und nicht-indigenen Gemeinschaften im In- und Ausland. In Venezuela nahm sie an fünf Projekten als Tutorin für Indigene und Afrodeszendente teil, für die Indigenen setzte sie sich dabei für die Förderung des Gebrauchs der eigenen Sprache ein. Im Rahmen der Aktivitäten der NGO If not us then who? hielt sie Kurse zur „Entwicklung von audiovisuellen Projekten für Indigene und Afrodeszendente“.
Zurzeit lebt und arbeitet Yanilú Ojeda in Paris, Frankreich.
Dokumentarfilme (Selektion):
Potero,Latero, recoge latas, Venezuela, 2001
Hijos de la Tierra, Dokumentarfilm Taller Varán, Venezuela, 2002
Los lienzos del Pueblo, Venezuela, 2004
Al otro lado del Río, Venezuela, 2005
El Hospital, Venezuela, 2005 (3. Platz Festival Manuel Trujillo Durán)
El Terminal de Pasajeros de Maracaibo, Venezuela, 2006
Alirio Díaz Corazón de Guitarra, 2008
Shawantama’ana lugar de espera, Venezuela, 2012
Près des Cimes, Frankreich, 2024