NEUE RODUKTIONEN, INDIGENE FILME, GESPRÄCHE MIT GÄSTEN, PUBLIKUMSPREIS...
WILLKOMMEN BEI VENEZUELA IM FILM – ¡QUÉ CHÉVERE! 2025
Das 19. Festival eröffnen wir mit Mariposa de papel von Rafael Medina. Der poetische Dokumentarfilm im Roadmovie-Stil erhielt den Premio Araya Mejor Ópera Prima, der das beste Erstlingswerk auszeichnet. Der Araya-Preis geht auf den gleichnamigen Filmessay von 1959 zurück, mit dem Margot Benacerraf (1926-2024) international bekannt wurde. Beide Filme verbindet, dass sie Menschen zeigen, die unter schwierigen Bedingungen ihr Leben zu meistern wissen. Wir freuen uns, Rafael Medina Adalfio im Kinosaal begrüßen zu dürfen.
Dieses Jahr präsentieren wir drei außergewöhnliche Filme von venezolanischen Regisseur*innen, die in Mexiko leben und unterschiedlicher nicht sein könnten. Mit Mi tía Gilma von Alexandra Henao zeigen wir einen Spielfilm, der 2019 in Caracas gedreht wurde und im Zeichen der Auswanderungswellen und Straßenproteste des Landes steht. Anders der im Rhythmus eines modernen Westerns konzipierte und vielfach prämierte Spielfilm La sombra del Catire von Jorge Hernández Aldana. „Eine mächtige cineastische Reise in die Abgründe der menschlichen Seele.“ Ein “zurückhaltendes, für den Zuschauer anspruchsvolles Werk, aber ungemein spannend”, so die Presse zu dem Film. Die dritte mexikanisch-venezolanische Produktion ist La candidata von Emil Guevara und Ronald Rivas Casallas, mit dem wir uns einem durchaus kontroversen Thema nähern. La candidata erhielt im Rahmen des Dokumentarfilm-Festivals CCS DOC 2023 den Nationalpreis bester Film. Wir erwarten die Darstellerin Daniela Blanco zu einem spannenden Gespräch.
Mit Contactado, einer peruanischen Produktion, haben wir endlich wieder einen Film des Cineasten-Duos Marité Ugás und Mariana Rondón im Programm! Im Laufe der 19 Jahre zeigten wir u.a. ihre Filme Postales de Leningrado (Rondón 2007), El chico que miente (Ugás 2011) und Pelo malo (Rondón 2013), die international vielfach prämiert wurden.
Mit Ali Primera, von Daniel Yegres, wird der Festivalsamstag musikalisch in die letzte Runde des Wettbewerbs für den Publikumspreis gehen. Der Film erzählt die Geschichte des gleichnamigen Liedermachers, dessen früher Tod bis heute ungeklärt ist.
PUBLIKUMSPREIS BESTER FILM
Am Festivalsonntag wird der 2. Publikumspreis bester Film verliehen. Der Publikumspreis besteht aus einem Kunstwerk des Mainzer Künstlers Thilo Weckmüller und einem Preisgeld.
Alle Filme, die zwischen 2020 und 2024 uraufgeführt wurden, werden in den Wettbewerb Publikumspreis bester Film treten. Sie laufen von Donnerstag bis Samstag. Der über Spenden eingeholte Filmpreis besteht aus einem symbolischen Preisgeld und einem Kunstwerk von Thilo Weckmüller aus dem benachbarten Mainz.
Es ist uns eine große Ehre und Freude zugleich, dass wir den Regisseur, langjährigen Freund und Unterstützer unseres Festivals Luis
Alberto Lamata in Frankfurt als Ehrengast empfangen dürfen. Lamata wird am Sonntag, 27.4., um 18:30 die Preisrede im Kinosaal halten.
Der Preisträger wird per Video-Schalte in den Filmsaal eingeladen.
INDIGENER FILM AM SONNTAG
Dieses Jahr legen wir einen einen Schwerpunkt auf indigene Filme. Der Festivalsonntag beginnt um 17:00 Uhr mit dem Gespräch im Filmsaal: „Auf dem Weg zum Traum eines indigenen Kinos (En el camino del sueño de un cine indígena)“ Mit Yanilú Ojeda (Anmeldung: venezuela-im-film@email.de)
Um 19 Uhr geht es weiter mit einer Filmrolle zu jungem indigenen Film: La memoria de la avispa (The Memory of the Wasp) von Leiqui Uriana, den Animationsfilm Muu Palaa (Grandmother Sea) und Aipa A Yem (Rooted identities) von Luzbeidy Monterrosa, und SŪKŪJULA TEI (Stories of My Mother), von David Hernández Palmar und Flor Palmar.
Wir schließen das Festival mit dem legendären Dokumentarfilm Shawantama’ana (A Place to Stay) von Yanilú Ojeda, der spannende Hintergründe zur Kultur der Wayuu liefert. Die Regisseurin wird uns in ihren Film einführen.
Zwischen den Filmen werden dem Publikum als Entremés Schokolade und Rum aus Venezuela serviert.
Wir freuen uns auf ein zahlreiches Publikum und sind schon jetzt sehr gespannt auf den Gewinner des II. Publikumspreis bester Film. Geben Sie Ihre Stimme ab!
Ein großes Dankeschön an alle
Es ist stets ein schwieriges Unterfangen, allen zu danken, die jedes Jahr dazu beitragen, dass das Festival zustande kommt. Nicht selten läuft man Gefahr, den einen oder anderen zu vergessen, wenn man namentlich danken möchte.
Ohne die Förderung vom Kulturamt Frankfurt und von HessenFilm und Medien wäre das Festival nicht denkbar. Es ist so wunderbar, in diesen Zeiten noch Institutionen zu haben, die auf kulturelle Vielfalt setzt.
Copy print in Mainz unterstützt uns mit einem solidarischen Preis für den Druck unserer Printausgaben.
Dann gibt es auch unsere Partner aus Venezuela: die venezolanischen Institutionen CNAC, Amazonia Films, die Filmakademie ACACV, die älteste venezolanische Filmvereinigung ANAC und, seit diesem Jahr ist Visor dabei, die seit 1976 bestehende Plattform für audiovisuelle Produktionen.
Ein herzlicher Dank gilt den privaten Spender*innen des Filmpreises.
Durch diese Unterstützung drücken Sie alle nicht zuletzt auch Vertrauen in und den Glauben an unser Projekt aus.
Dann gibt es die zahlreichen freundschaftlichen Unterstützer seitens der venezolanischen Filmemacher (Regisseure, Produzenten, Schauspieler…) von hier und dort, die uns vor allem seit 2019 mit Rat, Tat und immer guten Tipps zur Seite stehen. Auch hier: ohne sie wäre das Festival nicht das, was es ist: eine lebhafte und bunte Filmschau venezolanischer Produktionen, in der vor allem eines zählt: Der Film!
In diesem Zusammenhang möchten wir auch unbedingt erwähnen, dass wir stolz sind, wieder einen Festivaltrailer zu haben, Dank der hervorragenden Arbeit des Filmemachers Alejandro Picó und des Musikers Francisco Cabrujas.
… und weiterhin gilt unser herzlicher Dank Luis Alberto Lamata
Filmemacher und langjähriger Freund des Festivals steht uns Luis Alberto Lamata ganzjährig weiterhin zur Seite, er motiviert uns, dieses wundervolle Projekt gemeinsam weiterzuentwickeln, auch wenn es oft gegen „viento y marea“ zu gehen scheint. Sein Optimismus ist unschlagbar. Luis Alberto, nuestro agradecimiento es infinito.
¡Muchísimas gracias a todas y todos!

Zur Geschichte des Festivals
Venezuela im Film – ¡Qué chévere! war im Jahr 2005 vom venezolanischen Generalkonsulat in Frankfurt am Main und dem Filmforum Höchst/VHS gegründet worden, und durch das staatliche Filminstitut Centro Nacional Autónomo de Cinematografía de Venezuela (CNAC) aus Caracas unterstützt. Seit 2019 wird ViF als Initiative von einer unabhängigen Festivalgruppe in Zusammenarbeit mit dem Filmforum Höchst organisiert.
Zeitgleich mit der Gründung im Jahr 2005 tat sich auch einiges in der Filmindustrie des südamerikanischen Landes. Nicht nur, dass sich die venezolanische Filmförderung durch das Filminstitut CNAC um ein Vielfaches erhöhte, auch wurde im Jahre 2006 mit La Villa del Cine eine weitere Filminstitution geschaffen, die es sich zum Ziel machte, Filmprojekte zu unterstützen, die sich mit der Historie des Landes beschäftigen.
Eine spannende Zeit also, die für uns ohne Zweifel eine Herausforderung darstellte. Wir kannten zwar einige Filme und Filmschaffende, wie etwa Diego Rísquez oder Luis Alberto Lamata, deren Filme Orinoko. Neue Welt 1985 bzw. Jericó 1992 im Rahmen des Internationalen Forums der Berlinale gezeigt wurden, doch darüber hinaus war der venezolanische Film für uns bis dahin (noch) eine Terra Incognita.
Und das, obwohl die Filmgeschichte Venezuelas bis ins Jahr 1897 zurückblicken kann, als im Teatro Baralt in Maracaibo mit Un célebre especialista sacando muelas en el Gran Hotel Europa und Muchachas bañándose en la laguna de Maracaibo, beide von Manuel Trujillo Durán, die ersten bewegten Bildprojektionen zu sehen waren. “Venezuela befand sich an der Spitze der lateinamerikanischen Länder, die dem Kino erstmals die Türen öffneten“, so die venezolanische Filmkritikerin Ambretta Marrosu.
Mit neuen Produktionen wie auch Klassikern aus der venezolanischen Filmgeschichte wollten wir diese Lücke füllen und ein Fenster nach Venezuela öffnen, so dass es uns nach mehr als 19 Jahren gelungen ist, die Geschichte der Kinematographie des Landes in Frankfurt am Main zu dokumentieren.
In den letzten Jahren entwickelte sich auch wieder vermehrt ein internationales Interesse an neuen venezolanischen Produktionen. Einige dieser Filme präsentierten wir unserem Publikum zeitnah in Höchst: Pelo Malo, von Mariana Rondón (Concha de Oro –San Sebastián- 2013), Azúl y no tan rosa, von Miguel Ferrari (Goya –Madrid- 2014), Dauna, lo que se lleva el río, von Mario Crespo (Weltpremiere auf Berlinale 2014), La distancia más larga, von Claudia Pinto (Glauber Rocha Preis -Montreal- 2015), Desde allá, von Lorenzo Vigas (Leone d’oro di Venezia 2015), oder Yo imposible (Houston International LGBTQ Film Festival für das Beste Drehbuch, 2020), von Patricia Ortega, um nur einige Beispiele zu nennen.
Seit 2018 begann die Umstrukturierung des Festivals, das sich fortan unabhängig präsentieren sollte. Die Verantwortung und Koordination von Venezuela im Film -¡Qué chévere! (ViF) obliegt nunmehr der Festivalgruppe in Zusammenarbeit mit dem Filmforum Höchst der VHS Frankfurt.
Mit „Diego Rísquez (1949-2018): Ein Retrospektive“ und einer begleitenden Ausstellung mit ausgewählten Fotos verabschiedete sich das Festival 2018 auch von einem herausragenden Filmschaffenden seiner Zeit und einem Freund und Berater des Festivals – eine Hommage, die in intensiver Zusammenarbeit mit seiner Tochter Amapola und seinem langjährigen Produzenten Jorge Mirada zustande kam.
Seit 2019 besteht eine Kooperation mit der Filmakademie ACACV aus Caracas, mit Amazonia Films, mit dem staatlichen Filminstitut Centro Nacional Autónomo de Cinematografía (CNAC) und, seit 2024 mit der ältesten Filmvereinigung in Venezuela ANAC. Auch die langjährige Freundschaft zu venezolanischen Filmemacher*innen hat sich während der Jahre vertieft, so dass unser Blick nie allein auf den international wahrgenommenen Produktionen verharrt, sondern auch weiterhin auf jenen, die (noch) nicht nach San Sebastían, Locarno, Cannes oder zur Berlinale eingeladen wurden.
Die ehrenamtlich tätige Filminitiative ViF zusammen mit dem FIlmforum Höchst eint vor allem eines: die Faszination am venezolanischen Kino und die Überzeugung, dass der Film seine höchste Ausdrucksform und Wirkung auf der Kinoleinwand und dem gemeinsamen Erleben mit anderen entwickelt.
ViF hat seit 2018 mit dem Kulturamt Frankfurt einen zuverlässigen Partner in Deutschland gefunden. 2023 kommt HessenFilm und Medien dazu. Durch diese finanzielle Unterstützung wird das Festival erst möglich gemacht.
Frankfurt am Main ist ein wichtiger Standort für internationale Festivals in Deutschland.
Wir sind stets auf der Suche nach Filmen verschiedener Genres. Hier
könnt Ihr Eure Filmprojekte einreichen:
Für die Festivalgruppe
- Ute Evers (Kuratorin ViF, Presse, Kommunikation, assoziiertes Mitglied ACACV)
- Jorge Luis Saturno (Grafiker Programm, Homepage, ViF)
- Laura Willuhn (Filmpreis, ViF)
- Sabine Imhof (Filmforum Höchst/vhs, Aufblende FOK e.V.)